Aber von Anfang an...
Am letzten Samstag (dem Tag des Spieles um Platz 3) sollte Clara ankommen - ausgerüstet mit einer schon fast peinlich detaillierten und herzergreifend mütterlichen Wegbeschreibung, die ich ihr per Mail zukommen lassen habe und die vom Ausgang des Flugzeuges über Ankunftshalle, ersten Geldautomaten und Bahnsteig bis hin zu allen Umsteige-Eventualitäten keinen einzelnen Schritt unkommentiert gelassen hat.






Während Clara also irgendwo zwischen Dresden und Skien gesteckt hat, habe ich mir die Wartezeit mit Iselin und Steinar vertrieben und das hervorragende Wetter dazu genutzt die örtlichen Strände mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nur soviel: 18°C Wassertemperatur fühlen sich nur halb so kalt an, wenn man direkt rein springt anstatt sich Stück für Stück vorzutasten! ;)
Steinar hat mir dann netterweise auch sein Auto geliehen, so dass uns die Wahl zwischen dem nicht wirklich preisgünstigen Bus und einer Wanderung mit Claras schwerem Gepäck (inkl. 2 Flaschen Martini in guter alter WG-Tradition und einer frischen Lieferung "handmade cosmetics" für die Gastgeberin) durch ganz Skien erspart geblieben ist.
Und so hatte Clara genug Zeit sich an das viiiiiiiel angenehmere Sommerklima hier zu gewöhnen, bevor es für das letzte Deutschlandspiel der WM und eine anschließende Nachtwanderung durch die unglaublich wilde und abwechslungsreiche Partyszene Skiens wieder ins Zentrum ging.
Skien bei Nacht
Die Tage darauf haben wir mit (mehr oder weniger freiwillig) langen Wanderungen durch die Umgebung, Volleyball spielen und in der Sonne faulenzen verbracht. Außerdem haben wir tonnenweise norwegische Süßigkeiten in uns hineingestopft, was mich so ein bisschen an das Souvenir erinnert hat, das ich das letzte Mal mit aus Norwegen zurück nach Dresden gebracht habe - 3kg mehr auf der Waage! Mmh, 3kg in 4 Wochen macht also wieviel in 4 Monaten? Ihr dürft euch also ab Oktober auf gaaaaaanz viel Steffi freuen! ;)
Skien Fritidspark
(Pfefferkuchen-) Haus und (Knusper-) Hexe
Unser Zufallsfund - das Gefängnis von Skien.
Der Fluchtwagen steht bereit...
Nach Dienstschluss wird in der Chirurgie auf größere Werkzeuge umgesattelt...
Letzten Freitag durften wir uns dann als echte Norweger fühlen. In Langesund, einem hübschen kleinen Ort an der Küste mit ganz vielen weißen Holzhäusern, haben "Postgirobygget" gespielt - die Band, die jeder Norweger nennt, wenn er nach DER Musik für den Sommer gefragt wird. Demnach ist es gute alte Tradition, dass sich pünktlich zur schönen Jahreszeit Wikinger aller Altersklassen in Bewegung setzen und aufgetankt mit guter Laune und 'ner Portion kaltem "øl" jede einzelne (norwegische) Textzeile mitzugrölen, die die Herren auf der Bühne vor ihnen zum besten geben. Und die Begeisterung über dieses Gemeinschaftserlebnis teilt der Norweger nur zu gerne mit Besuchern von außerhalb!
Tja, und jetzt musste ich die Clara wieder abgeben... Aber glücklicherweise erst nach 7 gemeinsamen Stunden in Oslo - inklusive gefühlten 47km zu Fuß, neuen Entdeckungen, dem ein oder anderen Wiedersehen und leckerem Kaffee.
Schön war's, Clara! :*
Und jetzt heißt es für mich: endlich mal zeitiger schlafen gehen und jede freie Minute nutzen, mal endlich was für meine Doktorarbeit zu machen, bis in nur 1 Woche und 2 Tagen der nächste Besucher an die Tür klopft. Hat gestern schon mal super geklappt - nach 'nem spontanen Filmabend habe ich um 1:41 Uhr das letzte Mal auf die Uhr geschaut... :)

...und jetzt schmerzt mein Knie gar nicht mehr. Ich glaube, ich sollte wieder mit Fußball anfangen oder mit Dir Squash spielen gehen, damit Du dann auch in den Genuß einer zünftigen Meniskus- oder Kreuzband-OP kommst. Notfalls könnte ich auch mit Sprinttraining anfangen (soll man machen, wenn man den Marathon unter 4 Stunden laufen will), aber dann könnte es auch ein Achillessehnenriss werden...
AntwortenLöschen